Corona lässt keine Luft aus der Blase

Trotz Corona werden die Preise für Wohnimmobilien in München nicht fallen. Davon geht die Münchner Immobiliengesellschaft FORMHAUS aus. Die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern ist nach wie vor hoch.

Eigentlich wäre die Corona-Krise ein idealer Zeitpunkt, um die vermeintliche Preisblase am Münchner Immobilienmarkt zum Platzen zu bringen. Die Deutsche Bundesbank warnt seit Jahren vor überhöhten Immobilienpreisen in den Metropolen und insbesondere in München. Im September stufte auch die Schweizer Großbank UBS den Münchner Markt als überhitzt ein. Weltweit gebe es keine andere Metropole, in der das Risiko einer Immobilienblase so hoch sei wie in der bayerischen Landeshauptstadt. Das Forschungsinstitut Empirica rechnet sogar mit Preiseinbrüchen von bis zu 25 Prozent.

Keine Frage, in keiner anderen deutschen Stadt sind Immobilien so teuer und die Mieten so hoch wie in München. Und die Preise steigen weiter, trotz Corona.

Dafür gibt es fundamentale Gründe. Einer der wichtigen Faktoren für eine Immobilienblase ist das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Wenn die Nachfrage die Preissteigerungen nicht mehr rechtfertigt, haben zumeist Spekulanten den Markt übernommen.

In München hat die Nachfrage nach Wohnimmobilien im Zuge der Corona-Pandemie zwar etwas nachgelassen, die ist aber immer noch deutlich höher als die Zahl der zur Verfügung stehenden Wohnungen. Um die Nachfrage zu decken, wären jährlich etwa 10.000 neue Wohnungen notwendig. Gebaut werden im Schnitt gerade einmal rund 7.000. Vor allem der für den Neubau nötige Baugrund ist knapp.

Hinzu kommt, dass wegen der niedrigen Zinsen private Kapitalanleger und institutionelle Investoren auf der Suche nach risikoarmen Anlagen den Münchner Markt im Blick haben. Trotz der hohen Preise und stagnierender Mieten bieten Wohnimmobilien immer noch positive Renditen. Und das bei einem geringen Risiko. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich der Münchner Markt nach Krisen immer wieder schnell erholt hat.

Die momentan anstehenden Veränderungen wie ein nachlassender Zuzug und eine verstärkte Abwanderung vor allem von Familien ins Münchner Umland werden zwar etwas Druck vom Markt nehmen, ein regelrechter Einbruch der Nachfrage ist aber nicht zu befürchten.

Künftig wird also etwas Luft aus dem Immobilienmarkt entweichen. Das dürfte sich aber eher in langsamer steigenden Preisen ausdrücken. Das Platzen einer Blase, im Sinne von starken Preisrückgängen, ist nicht in Sicht. Das wäre nur der Fall, wenn die Nachfrage, etwa wegen stark steigender Zinsen, plötzlich einbrechen würde. Danach sieht es ganz und gar nicht aus.